Die kirchliche Beerdigung

Erlöserkirche Henstedt

Für die früheren Christen war der Todestag eines Menschen wichtiger als sein Geburtstag, denn der Todestag galt als der „himmlische Geburtstag“, der Eingang in das Reich Gottes.

Für den uns heutige Menschen ist zwar auch der irdische Geburtstag ein entscheidendes Datum, dennoch ist ein Todesfall in der Familie für viele Menschen auch ein Anlaß, neu darüber nachzudenken, was nach dem Tod kommen mag und so auch Gott und der Kirche neu zu begegnen.

In den „Grundlinien für das kirchliche Handeln“ heißt es: „Die Kirche hält anläßlich des Todes eines Gemeindegliedes einen Gottesdienst“. Die kirchliche Trauerfeier ist also keine Abschiedsfeier oder nur eine Würdigung der Biographie des Verstorbenen. Selbstverständlich spielt für jede Predigt bei einer Trauerfeier das Leben des Verstorbenen eine entscheidende Rolle.

St.-Petruskirche Henstedt-Rhen

Trost finden wir als Christen jedoch in der frohen Botschaft des Evangeliums, im Wort Gottes und wenn gewünscht auch in einer Abendmahlsfeier. Für Christen ist der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes, Jesus Christus, der wichtigste Trost. Auch unsere kirchlichen Choräle spielen für die Gestaltung der Trauerfeier eine entscheidende Rolle. Bei der Auswahl von passenden Bibelversen und Liedern stehen Pastoren und Organist gerne als Berater zur Verfügung. Oft passen aber auch Tauf-, Konfirmations- oder Trauspruch des Verstorbenen, oder es ist bekannt, an welche Lieder er eine geistliche oder emotionale Bindung hatte.

Sehr wichtig ist neben der Trauerfeier selbst die gemeinsame Vorbereitung in einem Gespräch, in dem es um das Leben des Verstorbenen und die Gestaltung der Trauerfeier geht. Auch an der Beisetzung einer Urne nach der Trauerfeier nehmen die Pastoren auf Wunsch gern teil.

Kreuzkirche
Kreuzkirche Ulzburg

Manchmal stellt sich für die Familien auch die Frage: welcher Pastor ist für uns zuständig? Hier gilt. Im Prinzip können sich die Familien den Pastor völlig frei aussuchen, wenn keine besonderen Wünsche bestehen, ist der Pastor zuständig, in dessen Bezirk der Verstorbene zuletzt gewohnt hat. Die Bezirke sind dem örtlichen Bestatter bekannt.

Auch für Christen ist der Tod eines nahen Angehörigen ein sehr schmerzhaftes Ereignis. Dennoch haben wir den Trost des Evangeliums, in dem Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ Johannes 11,25. Darauf hoffen wir für unsere Verstorbenen und uns selbst.

Pastor Mathias Krüger

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