Wie drücke ich mein Beileid aus?

Eine richtige, allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie man „richtig“ kondoliert, findet sich leider in keinem Buch dieser Erde. Das ist hauptsächlich auf den Umstand zurückzuführen, dass jede Beileidsbekundung eine zutiefst persönliche Angelegenheit ist. So gibt es auch keine Faustregel, ob ein Besuch bei den Hinterbliebenen angemessen ist oder die Anwesenheit auf der Beerdigung oder eventuell sogar nur ein in Schriftform dargelegtes Bedauern vollkommen ausreichend sind.

Eine angemessene Reaktion setzt sich in der Regel aus zwei Faktoren zusammen: einerseits aus Ihrer Beziehung zum Toten und seiner Familie, andererseits aus Ihrem Charakter.

Unabhängig davon, für welche Option Sie sich entscheiden – den persönlichen Besuch oder doch lieber den schriftlichen Weg: Niemandem fällt es leicht, im Umgang mit Trauernden den richtigen Ton zu finden. Allerdings gibt es zumindest in dieser Situation einige Regeln, die als Orientierung dienen und durch ihre Einhaltung eine gewisse Sicherheit verleihen können.

 

Grundsätzlich ist festzuhalten:

Sind die Hinterbliebenen nicht gläubig, so sollten auch Sie auf religiöse Formulierungen, insbesondere den Verweis auf ein ewiges Leben nach dem Tod oder Ähnliches, verzichten. Gleiches gilt für nichtssagende Floskeln wie zum Beispiel „Alles wird gut“.

Entscheiden Sie sich dazu, einen Kondolenzbrief zu schreiben, so sollten Sie dabei schlichtes, weißes Papier verwenden und sich zeitnah an die Arbeit machen. Dies geschieht selbstverständlich per Hand und nicht etwa via E-Mail oder gar SMS. Verwenden Sie keine farbige Tinte; mit Blau oder Schwarz liegen Sie richtig. Versuchen Sie, sich in die emotionale Ausnahmesituation der Trauernden hineinzuversetzen, und versuchen Sie unter keinen Umständen, den Tod in irgendeiner Weise zu relativieren.

Der einzige Trost für den Empfänger Ihres Beileids ist es, in einer Zeit tiefen Schmerzes nicht alleine zu sein. Lassen Sie ihn oder sie also spüren, dass auch Sie zutiefst vom erlittenen Verlust betroffen sind. Spenden Sie Zuspruch, doch unterbreiten Sie niemals im Trubel der Gefühle ein unüberlegtes Hilfsangebot. Ob ein solches der Situation angemessen erscheint und wie es letztlich aussehen könnte, ergibt sich einmal mehr aus einer Mischung der bereits erwähnten Faktoren – Ihrem Verhältnis zum Verstorbenen und seiner Familie sowie Ihrer Persönlichkeit.

 

1. Persönliche Anrede

Die Formulierung der direkten Ansprache ist abhängig von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen und seinen Angehörigen:

Liebe Maria, lieber Max, lieber Onkel Helmut,

Liebe Frau Maier, lieber Herr Müller,

Liebe Familie Jäger,

Sehr geehrter Herr Doktor, usw.

 

2. Anfangsformulierungen

Beginnen Sie direkt mit Ihrer Kondolenz:

Wir können immer noch nicht fassen, dass Dein Bruder uns für immer verlassen hat ...

Zum Tode Ihres Mannes sprechen wir Ihnen unser tiefes Mitgefühl aus ...

Mit großem Bedauern haben wir heute vom Tode Ihrer Frau Mutter erfahren ...

Es schmerzt so sehr, einen guten Freund zu verlieren ...

Zu dem schweren Verlust durch den Tod Ihrer Frau spreche ich Ihnen mein herzliches Beileid aus ...

Mit Bestürzung habe ich vom tragischen Tod Deiner Tochter erfahren ...

 

3. Würdigung des Verstorbenen, persönliche Erinnerung

Was haben Sie besonders geschätzt, was wird Ihnen fehlen, woran erinnern Sie sich gerne?

Unser Leben wird ohne seinen Humor ärmer und kälter sein ...

Wir können wohl kaum ermessen, welchen Verlust sein Tod für Ihr Unternehmen darstellt ...

Viele Menschen werden sich dankbar und liebevoll an sie erinnern ...

Alle, die sie kennen durften, haben ihre ganz besondere Ausstrahlung und Hilfsbereitschaft geschätzt ...

In unserer jahrelangen Zusammenarbeit habe ich seine kollegiale Art zu schätzen gelernt …

Wir haben sie so lieb gehabt, und ihre positive Lebenseinstellung war uns immer Vorbild und Ansporn ...

Wir werden ihn in bester Erinnerung behalten und sein Lebenswerk in seinem Sinne fortführen ...

Er war mein bester Freund, ich werde ihn nicht vergessen ...

 

4. Mitgefühl, Hilfe und Abschlussgrüße

Beenden Sie Ihr Kondolenzschreiben mit einem kurzen Satz des Mitgefühls und evtl. einem Hilfsangebot:

Wir fühlen und trauern mit Ihnen ...

Ich bin jederzeit für Dich und die Kinder da ...

Ich bin sehr traurig und in Gedanken bei Dir/Euch ...

Ich wünsche Ihnen all die Kraft, die Sie jetzt brauchen, um das Leben allein zu meistern ...

Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um Sie dabei zu unterstützen ...

Lieber Michael, ich wünsche Dir und Deiner Familie die Kraft, die Ihr jetzt braucht, um ohne Jessica leben zu können ...

All Deine Lebenskraft sollte jetzt den Lebenden gehören, all unsere liebenden Gedanken und Erinnerungen sind bei Sabine, die jetzt erlöst ist ...

Mögen Ihre Glaubensüberzeugungen Ihnen und Ihren Angehörigen Trost und Hilfe sein ...

Ich kann nur ahnen, wie groß Ihr Schmerz und wie tief Ihre Trauer ist ...

Für mich ist Martins Tod ein schwerer Verlust ...

Sei umarmt ...

Mit stillem Gruß ...

Wir trauern mit Ihnen ...

In tiefer Trauer und innigem Mitgefühl ...

Das Leben ist stark und will immer weiterleben ...

Wollen Ihnen trotz reichlicher Überlegung beim Schreiben des Briefes die richtigen Worte einfach nicht einfallen, so ist dies kein Grund zur Verzweiflung. Oft können Zitate dabei helfen, die eigenen Gefühle auf den Punkt und den gedanklichen Stein damit ins Rollen zu bringen.

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